Die Sportregion Osnabrück-Stadt und Land e.V. bewegt Menschen mit Demenz

interessante Informationen Beiträge zum Thema Sport und Demenz

Das Projekt soll informieren und sensibilisieren. In dieser Rubrik werden interessante Beiträge und Artikel verfasst, die das Projekt thematisch begleiten und zum Wissenstransfer dienen sollen.

Wie ist der aktuelle Stand der Forschung?

Eine Heilung von Demenz ist bis heute nicht möglich. Krankheitsbegleitende Symptome können durch Medikamente lediglich abgemildert beziehungsweise zum Teil hinausgezögert werden. Ein bedeutsames Handlungsfeld der Nationalen Demenzstrategie ist eine „Exzellente Forschung zu Demenz (zu) fördern“ (vgl. Nationale Demenzstrategie 2020), die wie folgt beschrieben wird:

„Eine exzellente und vernetzte Forschung zu Demenz ist notwendig, um die Entstehung und den Verlauf der zugrunde liegenden Erkrankungen zu verstehen. Derzeit sind die Ursachen demenzieller Erkrankungen nicht abschließend geklärt. Forschung, beispielsweise Grundlagenforschung, klinische Forschung und Populationsforschung, liefert wichtige Erkenntnisse zu Ursachen und molekularen Mechanismen. Darauf aufbauend können Ansätze zur Prävention und Diagnostik sowie neue Therapien entwickelt werden. Außerdem leistet Forschung einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Demenz. Anwendungsorientierte Versorgungsforschung zu Demenz muss die Versorgungsbedarfe und -bedürfnisse von Menschen mit Demenz konkretisieren sowie die Wirksamkeit und Effizienz medizinischer, pflegerischer und therapeutischer Maßnahmen untersuchen.“ (Nationale Demenzstrategie 2020:111)

Bild: Gordon Johnson / Pixabay

Welche Maßnahmen die Nationale Demenzstrategie umsetzen möchte, um die beschriebenen Ziele zu erreichen, kann in der Veröffentlichung zur Nationalen Demenzstrategie ab Seite 111 nachgelesen werden:

https://www.nationale-demenzstrategie.de/fileadmin/nds/pdf/2020-07-01_Nationale_Demenzsstrategie.pdf (letzter Zugriff am 15.03.2021)

Da die laufenden Forschungen zu Demenz sehr weitreichend sind, werden im Folgenden exemplarisch interessante Informationen zum aktuellen Stand der Demenz-Forschung vorgestellt.

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)

Ein wichtiger Forschungspartner der Nationalen Demenzstrategie ist das DZNE. Hierbei handelt es sich um eine Stiftung, die fünf Forschungsbereiche abdeckt:

  • Grundlagenforschung
  • Klinische Studien
  • Versorgungsforschung
  • Populationsforschung
  • Systemmedizin

Auf der Homepage des DZNE werden verschiedene Forschungsprojekte zur Demenz vorgestellt wie beispielsweise das Projekt „Computerbasierte Sprach- und Sprechanalyse zur frühzeitigen Demenz-Diagnose“. Bei Demenzerkrankungen kann es bereits in einem frühen Krankheitsverlauf zu Sprech- und Sprachstörungen kommen. Ziel ist es einen computerbasierten Prototyp-Algorithmus zu entwickeln, der die Diagnostik durch ein frühzeitiges Erkennen pathologischer Muster unterstützen kann. Neben verschiedenen Projekten wird auch die Rheinland-Studie beschrieben, die über mehrere Jahrzehnte von 30.000 Teilnehmer*innen Daten erhebt, welche Faktoren Einfluss auf Gesundheit und Krankheit haben. Hierzu zählen besonders Daten zur körperlichen Aktivität, Ernährung, allgemeiner Lebensstil und Persönlichkeitseigenschaften. Im Rahmen dieser langfristig angelegten Studie konnten beispielsweise schon Hinweise ermittelt werden, dass sich ein ausreichender Vitamin D – Spiegel nicht nur positiv auf den Knochenstoffwechsel, sondern auch auf die Gehirngesundheit auswirkt.

https://www.deutsche-demenzhilfe.com/ (letzter Zugriff am 15.03.2021)

https://www.dzne.de/ (letzter Zugriff am 15.03.2021)

Das DZNE hat zudem einen Wissenspodcast, der sich u.a. mit der Forschung zum Thema Demenz auseinandersetzt. Dieser ist zu finden unter YouTube: „Hirn & Heinrich“

Hans und Ilse Breuer Stiftung

Auf der Internetseite dieser Stiftung, die seit über 20 Jahren auf dem Demenz-Gebiet forschend tätig ist, findet man einen prägnanten Überblick über aktuelle Erkenntnisse aus der Alzheimer-Forschung, zum Beispiel:

  • Erste Veränderungen im Gehirn treten schon etwa 20 Jahre vor dem Beginn erster Symptome auf.
  • Derzeit werden neue Medikamente erforscht, die die Ursachen einer Alzheimer-Demenz bekämpfen sollen. Diese können jedoch nur wirken, wenn sie unmittelbar nach Auftreten der Alzheimer-Symptome oder bestenfalls präventiv eingesetzt werden.
  • Natürlich vorkommende Eiweißproteine (Amyloid-Plaques/Tau-Fibrillen-Bündel) schädigen die Nervenzellen im Gehirn und führen zur Degeneration von Nervengewebe.

Auf der Homepage der Stiftung finden sich zudem Hinweise zu aktuellen Studien sowie weiterführende Literatur- und Filmtipps rund um das Thema Demenz (-Forschung). Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist beispielsweise auch der Hinweis zu einem Online-Vortrag am 20. April 2021 „Können wir Alzheimer jemals heilen?“ von Prof. Dr. Christian Haass.

https://www.breuerstiftung.de/ (letzter Zugriff am 15.03.2021)

Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Auf der Homepage der Alzheimer Forschung Initiative werden ebenfalls unterschiedliche Beiträge zur Demenz-Forschung bereitgestellt. Beispielsweise kann hier nachgelesen werden, ab welcher Dosis Aluminium toxisch auf das Gehirn wirkt, welche Medikamente aktuell zur Behandlung bei Demenz erforscht werden sowie welchen Zusammenhang es zwischen Parodontose und Alzheimer gibt. Ebenfalls gibt es einen Überblick über laufende Projekte à siehe Projektdatenbank.

https://www.alzheimer-forschung.de/ (letzter Zugriff am 15.03.2021)

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Auf der Homepage der „Selbsthilfe Demenz“ findet sich eine umfangreiche Auflistung von Link-Empfehlungen, um sich vertieft mit der Demenz-Forschung auseinanderzusetzen.

https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/forschung/links-zu-forschung.html (letzter Zugriff am 15.03.2021)

Insgesamt wird deutlich, dass die Demenz-Forschung sehr komplex und langwierig ist sowie in vielen Bereichen noch sehr am Anfang steht. Der Forschungsbedarf ist immens, nicht nur in Bezug auf die Entschlüsselung von Ursachen und Einflussfaktoren der Demenz, sondern auch mit Blick auf die bestmögliche Versorgung und Betreuung von Betroffenen und ihren Angehörigen. Es gibt zahlreiche Stiftungen, die im Bereich Demenz forschend tätig sind; diese sind jedoch auf Fördergelder angewiesen, um die kostspieligen Forschungsprojekte und Studien überhaupt durchführen zu können.

Für die Pharmaindustrie ist die Demenz-Forschung bisher kein lukrativer Bereich. Auch wenn die Gesellschaft immer älter und somit auch der Anteil der Betroffenen zunehmend wächst, sind Pharmafirmen eher zurückhaltend, wenn es um die Investition in die Demenz-Forschung geht. Es gibt zum Teil Fortschritte, die auf neue Medikamente hoffen lassen, jedoch gibt es noch keinen wirklichen Durchbruch. Zum Beispiel hat die US-Behörde National Institute of Health im Jahr 2016 weniger als 1/5 der staatlichen Fördergelder für die Alzheimer-Forschung investiert. Dem gegenüber steht die Krebsforschung, wo es deutlich bessere Fortschritte zu verzeichnen gibt und entsprechend mehr staatliche Fördergelder aufgewandt werde    (vgl. https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Welche-Firmen-auf-den-Durchbruch-bei-Alzheimer-bauen-224369.html, letzter Zugriff am 15.03.2021)

Information und Beratung

Inhaltliche Fragen oder solche zur Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von eigenen Angeboten vor Ort können per E-Mail an die Projektleitung gestellt werden.

Verena Jahns

Projektleitung

Philipp Karow

Sportreferent

Tel. 0541 – 600 179 64
philipp.karow@ksb-osnabrueck.de

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